Oli

Oli geht fremd

Wenn man Fotografen mit genügend Sonne und leckerem Essen lockt, dann kann es schon mal sein, daß sie fremd gehen. So geschehen in den letzten zwei Wochen: Lidia und ich waren in Sizilien, um einen Film über die Barockstadt Noto zu drehen.

Lidia hat nebenbei fleißig fotografiert, und deswegen gibt es nun einige Bilder zu sehen:

Dreh frühmorgens am Strand von Calabernardo, dem früheren Hafen von Noto

Hier versuchen wir, mit Hilfe unseres supermodernen Produktionsfahrzeugs eine Kamerafahrt auf die Porta Reale zu realisieren. Wenn die Straße besser gewesen wäre, hätte das vielleicht sogar geklappt ;-)

Interview mit dem Meister der "Latte di mandorla", Corrado Assenza. Zu finden im Cafe Sicilia, das man in Noto eigentlich gar nicht verpassen kann ;-)

In der völlig überdekorierten Kirche Del Carmine

Einer der Hauptgründe, warum wir ausgerechnet Anfang Mai in Noto waren, war die „Infiorata“. Das ist ein nunmehr seit 31 Jahren stattfindendes Spektakel, bei dem eine ganze Straße komplett mit Bildern geschmückt wird, die aus Blumen bestehen. 16 Künstler arbeiten dazu mit ihren Teams eine ganze Nacht hindurch, um dann am frühen Samstagmorgen die Kunstwerke in voller Pracht präsentieren zu können.

Dieses Jahr hatten sie allerdings ziemliches Pech: Die ganze Nacht hindurch hat es mehr oder weniger heftig geregnet, und am Samstag morgen kam dann ein kräftiger Sturm auf, der die zarten Blüten innerhalb kürzester Zeit wild durch die Gegend gewirbelt hat. Daß ihre Kunstwerke vergänglich sind, das ist für die Infiorata-Teilnehmer normal. Aber so eine kurze Lebensdauer tut dann doch weh…

Dreh während dem Aufbau der Infiorata vom Balkon des Palazzo Nicolaci

Und so ungefähr sieht diese Perspektive dann aus...

Aus tausenden von Blüten und anderen Naturmaterialien entstehen beeindruckende, farbenfrohe Bilder. Hier arbeitet Stefano Valvo.

Nachdem die Künstler eine lange, verregnete Nacht lang gearbeitet haben, ist die ganze Straße ein buntes Blumenmeer

Das Thema der Infiorata 2010 war "Musik", das hier ist ein Ausschnitt des Werkes von Chiara Calabrese

Diese wundervolle Figur stammt von Sara Caruso und Concetta Civello

Die berühmten Figuren, die die Balkone des Palazzo Nicolaci tragen, bilden einen spannenden Kontrast zu den abstrakten Blumenkunstwerken

Das sind die Balkone von der Gegenseite

Die Stadt Noto ist für sizilianische Verhältnisse so eine Art „Neubau“, sie entstand erst ab 1703. Vorher gab es auch schon ein Noto, das wurde aber durch ein Erdbeben komplett zerlegt. Auch dort haben wir gedreht.

Noto wurde 1693 durch ein Erdbeben komplett zerstört, und dann gut 10 Kilometer entfernt neu gebaut. Heute erinnern an die jetzt "Noto Antica" genannte Stadt nur noch Mauerreste.

Mitten in der Prärie, wo früher einmal die Stadt Noto stand

Im Tal unterhalb der alten Stadt Noto wurde früher Leder gegerbt. Noch heute findet man Spuren davon.

Den fertigen Film gibt es aller Voraussicht nach ab Januar 2011 zu sehen, die Deutschlandpremiere wird im Italienischen Kulturinstitut in der Botschaft in Berlin sein.

3 Kommentare zu “Oli geht fremd”

  1. Miriam 25.05.2010 um 12:50

    Die Kamerafahrt auf dem Auto sieht sehr abenteuerlich aus:-))
    Hoffentlich warst Du angeschnallt!!!

  2. oliam 25.05.2010 um 13:26

    Was soll ich sagen? Wir waren auf Sizilien, und da fahren sie auch ohne Helm Motorrad… „anschnallen“ gilt dort eher als Fremdwort ;-)

  3. […] barocke  Städtchen “Noto” in Sizilien zu drehen, mehr Infos dazu gab es bereits im Mai 2010 auf unserem Blog. Besonderes Augenmerk liegt in dieser Jahreszeit auf der sogenannten […]

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